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Systemische Familientherapie

Wenn die Liebe etwas berührt, dann wird das Gewöhnliche außergewöhnlich und das Schlichte einzigartig

 

Eine Familie ist ein hochkomplexes System mit den unterschiedlichsten Facetten, Details, Eigenschaften, Regeln, Normen und vielem mehr. Eine Familie bietet unendlich viele positive Elemente wie Sicherheit und Geborgenheit, ein Zuhause, Sinn, Weiterentwicklung, Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede, Lebensfreude, Trost, Liebe und, und, und… birgt aber natürlich ebenso viele Gefahren, Wut, Verletzungen, Ängste und Sorgen, Trauer und viele anderen scheinbar negativen Elemente.


Besonders ausschlaggebend und interessant sind dabei die Art und Weise der Beziehungen und Kommunikationsstrukturen untereinander. Gerade in Zeiten von Krisen, Blockaden und hemmenden Entwicklungen kann es besonders hilfreich sein, sich diese inneren Strukturen genauer anzusehen…diese zu erkennen und zu verstehen, vorhandene Strukturen gewinnbringend zu verändern und neue hilfreiche Strukturen zu entwickeln. Auch wenn Familien oft gemeinsame Ziele verfolgen und sich an gleiche Regeln halten, bestehen diese letztendlich aus einzelnen Individuen, die alle ihre eigene Bewertung und natürlich ihre eigenen Gefühle haben.

 

So kann es sein, dass bestimmte Entwicklungen oder Gegebenheiten innerhalb der Familie völlig unterschiedlich wahrgenommen und bewertet werden. Nicht selten werden die eigenen Meinungen und Wahrnehmungen zum Schutz der gesamten Familienstabilität nicht ausgesprochen. Gerade Kinder (aber natürlich auch die Eltern) haben häufig eine hohe –meist unbewusste- Sensibilität und Feinfühligkeit in Bezug auf das familiäre Gleichgewicht und werden so zu Verdrängungskünstlern hinsichtlich der eigenen Bedürfnisse.


Die mittel- und längerfristige Verdrängung der eigenen Bedürfnisse kann zu seelischen Ungleichgewichtszuständen führen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise auswirken und zeigen können (bei den Kindern z.B. in Form von Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen, kindlichen Depressionen, Schulängsten, Aggressionen etc…bei Erwachsenen z.B. in Form von permanenten Streitigkeiten, Rückzug, „sich-aus-dem-Weg-gehen“, depressiven Verstimmungen, „fremd-gehen“, Kommunikations- und Verständigungsprobleme etc…).


Dabei haben solche „Symptome“ (welcher Art auch immer) nicht selten eine Signalwirkung und geben sozusagen versteckte (und unbewusste) Hinweise auf die familiären Wunden und „gegenwärtigen Schadstellen“. Mithilfe der systemischen Familientherapie ist es möglich, auf wertschätzende und verständnisvolle Weise die Strukturen innerhalb des Familiensystems aufzudecken, ins Bewusstsein zu holen sowie verdrängte Bedürfnisse zu erkennen und zu verbalisieren.


Symptome werden nicht pathologisiert (als krank bewertet), sondern als Signale und damit auch als zweckmäßige Quelle für gewinnbringende und förderliche Neuentwicklungen verstanden und gedeutet. In den meisten Fällen löst sich dann (wenn das Signal richtig erkannt ist) das Symptom bzw. das als negativ oder störend erlebte Element wieder auf.